Ich könnte stundenlang darüber lamentieren, was für ein aufregendes Jahr das war, in dem sich buchstäblich alles einmal um seine eigene Achse gedreht hat und hinterher nichts mehr so war wie vorher. Ein sicherer Indikator dafür, dass man in der Zukunft angekommen ist, ist wenn die Nachrichten im Fernsehen sich so anhören wie der Prolog von "Mad Max 2", und das haben sie sich fast das gesamte letzte Vierteljahr. Gut, dass mit Barack Obama nach David Palmer zum zweiten Mal ein Schwarzer in das Amt des US-Präsidenten gewählt wird, ist ja ein Hoffnungsschimmer, aber ganz im Ernst: seinen Job möchte ich auch nicht haben.
Insgesamt war 2008 eine große Baustelle, auf der vieles abgerissen und manches neu gebaut wurde. Während die einen noch staunend zwischen den Trümmern stehen, haben die anderen schon wieder mit dem Aufbau angefangen, aber nur die wenigsten, die ich kenne, sind 2008 da angekommen, wo so sein wollen. Immerhin - wenigstens ist der Typ wieder weg, der etwas über einen Monat lang alle paar Tage lang Kippe rauchend auf dem Balkon stand und so getan hat, als würde er Fliesen verlegen.Eigentlich hatte ich mit im Sommer vorgenommen, was ganz tolles über The Dark Knight zu schreiben. Wie ein kleiner, aufgegeilter Fanboy habe ich in der Pressevorführung gesessen und musste mich zwischendurch immer wieder zurückhalten, um nicht laut "BATMAAAAAAAAAAN!" zu rufen. Keine Frage, bester Film des Jahres, bester Superhelden-Film ever und vielleicht das beste Crime Movie seit Heat. Eine unfassbar vielschichtige und tiefe Geschichte, dreidimensionale Charaktere, denen man problemlos mit sozialwissenschaftlichen Theorien und Methoden auf den Leib rücken kann, ohne sich zu blamieren. Und der Joker. Verdammt noch mal!
Das war so unglaublich gut, dass ich einfach nicht wusste, wo ich anfangen sollte. Zwar hab ich mir mein Vorhaben so zu Herzen genommen, dass ich eine perfekte Ausrede hatte, mir den Film wieder und wieder anzusehen, und auch tatsächlich immer wieder noch etwas neues entdeckt habe. Wundervolle Details wie der brennende Feuerwehrwagen, den der Joker als Straßensperre missbraucht, oder die Tatsache, dass die beiden Fähren am Ende des Films - an denen der Joker scheitert - ausgerechnet "Liberty of Gotham" und "Spirit of Gotham" heissen. Aber irgendwie wurde es dann später und später, und mittlerweile ist der Streifen auf DVD raus. Also Leute, falls ihr es noch nicht getan habt, holt euch den Streifen irgendwie ins Haus und seht ihn euch an, bis jetzt hat es noch keiner bereut.
Wie auch immer, die letzten 12 Stunden des großen Weichenstellerjahres 2008 brechen gleich an, und ich hab noch zu tun, darum schließe ich diesen... äh, Rückblick ist es ja nicht so richtig - ich beschließe dieses Lebenszeichen mit einer Impression vom kurzen, aber knackigen Wintereinbruch im November.Gut, dass das wenigstens wieder schnell vorbei war.
In diesem Sinne, macht euch locker, und wenn wir 2009 alle überstehen, geht es 2010 vielleicht wieder aufwärts!
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Now playing: Steely Dan - Do it Again
via FoxyTunes
Mittwoch, 31. Dezember 2008
Bye Bye 2008
Mittwoch, 13. August 2008
Dienstag, 12. August 2008
Isaac Hayes
Einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall hat er überlebt, aber zehn Tage vor seinem 66. Geburtstag hat es ihn dann doch dahin gerafft: Isaac Hayes ist Sonntag gestorben. Obwohl ich kein einziges Album von ihm besitze, muss ich dennoch sagen, dass er einen festen Platz in meinem Herzen hat, und das hat drei Gründe, über die ich hier kurz ein paar Worte verlieren möchte.
Da wäre zunächst "Theme From Shaft", eine unfassbar gute Nummer, die 36 Jahre nach ihrer Veröffentlichung keinen Funken an Charme und Coolness verloren hat. Auch im Sommer des Jahres 2008 kann man keinen stilvolleren und cooleren Auftritt hinlegen, als wenn man beim Betreten eines Raumes (besser noch: beim Herunterschreiten einer Treppe) jemanden hinter sich her laufen lässt, der auf einem überdimensionierten Ghettoblaster "Theme From Shaft" in einer solchen Lautstärke abspielt, dass man sich so gerade eben nicht mehr nebenher unterhalten kann. Damn right!
Gott, wie sehr wünsche ich mir, dass mal jemand so einen Song über mich schreibt.
Den ersten bewussten Eindruck, und damit kommen wir zu Punkt 2, hat Issac Hayes 1985 auf mich gemacht. Ich war damals 14 und habe in der Aula unserer Schule zum ersten Mal "Die Klapperschlange" von John Carpenter gesehen. Ein paar Jungs hatten sich damals unter dem hochoffiziellen Deckmäntelchen einer Film AG zusammengerauft, um in regelmäßigen Abständen 16 mm Kopien aus dem Programm des Atlas Filmverleihs zu ordern und diese in der Aula auf einer großen Leinwand aufzuführen. Einer der Veranstalter war Mopedfahrer und hatte auf der Rückseite seines Helms mit Klebebuchstaben den Namen STEVEN SPIELBERG angebracht. Das war dann auch ungefähr Programm.
Ich hatte vorher schon viel von "Die Klapperschlange" gehört, hatte aber das Problem, dass es 1985 für einen 14-Jährigen lange nicht so einfach war, seine Finger an einen begehrten Film zu kommen, wie es das heute ist. Zwar konnte man "Die Klapperschlange" auch damals schon in der Videothek leihen, diese durfte man aber zu der Zeit pauschal nicht unter 18 Jahren betreten. Darüber hinaus gab es den Film nur auf VHS, bei uns zu Hause gab's jedoch Betamax. Als ich dann eines morgens die Schule betrat und im Aushang der Film AG zu lesen war, dass am nächsten Dienstag für 1,- DM Eintritt "Die Klapperschlange" gezeigt werden soll, war ich im Himmel.
Als die Vorstellung vorbei war, war ich, wie es sich für einen 14-Jährigen gehört, schwer beeindruckt. Die abgefahrene Story, das coole Kalter-Krieg-Endzeitszenario, Snake Plisskens beißender Zynismus, die Musik, der Gladiatorenkampf, die letzte Szene, in der Snake das Tape zerstört, an dem der Weltfrieden hängt - das war alles zu viel für mich. Und: der Duke von New York. Das war ein Bad Guy. Ein Big Bad Guy. In meiner Top Ten der Bad Guys stieg er aus dem Nichts direkt einen Platz unter Darth Vader ein. Ein paar Wochen später sah ich "Mad Max II - Der Vollstrecker", und verzeichnete mit Humungus und dem Mohawk Biker gleich zwei Neuzugänge, aber keiner von beiden reichte an den Duke von New York heran. Ein freundlicher Mitmensch hat sich bereits die Mühe gemacht, sämtliche von Isaac Hayes Auftritten als Duke von New York in "Die Klapperschlange" zusammenzulöten und auf YouTube zu posten. Ladies and Gentlemen, Jungs und Mädels: der Duke von New York!
Auch heute sehe ich "Die Klapperschlange" immer noch gerne. Ich finde sogar, seit dem 11.09.2001 hat der Film noch enorm dazugewonnen. Ich mag es, einen ursprünglich mal als Science Fiction gedachten Streifen zu sehen, der im weit entfernten Zukunftsjahr 1997 spielt, also vor mittlerweile 11 Jahren, in dem Manhattan Island ein ummauertes Gefängnis für Schwerverbrecher ist, in dem es immer noch die Twin Towers gibt. Logisch, die Anschläge waren ja auch erst vier Jahre später. Totaler Hirnfick! Aber auch darüber hinaus genießt "Die Klapperschlange"bei mir so ein hohes Ansehen, dass nicht einmal Carpenter selbst mit "Flucht aus L.A." beschädigen konnte. Ich habe mal gehört, wenn man sich in Los Angeles richtig gut auskennt, entbehrt "Flucht aus L.A." nicht eines gewissen Witzes, aber spätestens dann, wenn Snake und Peter Fonda surfen gehen, verlier ich die Lust. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Carpenter hier so gut wie alles falsch gemacht hat. Aber wir wollen ja hier nicht über Carpenters Spätwerk nörgeln, sondern den von uns gegangenen Isaac Hayes würdigen. Also kommen wir zu Punkt 3:
Chefkoch. Nuff said.
Zwar gehörte Hayes schon ein paar Jahre nicht mehr zum Voice Cast von South Park, aber dennoch wird er als Stimme von Chef ewig weiterleben. Aber so wie sein Aussteig aus der South Park Crew ein Loch hinterließ, so hinterlässt auch der Tod von Isaac Hayes ein Loch. Oder wie Chefkoch es mal in einem seiner Songs so treffend ausgedrückt hat: "Niemand kommt auf deinen Platz / für dich gibt es keinen Ersatz!"
In diesem Sinne: Machet jut!
P.S.: Bemerkenswert, dass sich Der Spiegel in seinem Nachruf nicht weniger als dreimal auf Wikipedia als Quelle beruft. Was ist eigentlich aus dem guten, alten Journalismus geworden?
Montag, 7. Juli 2008
Big Brother Finale
Zeitverschwendung hin oder her, Big Brother 8 war ein spitzenmäßiger Emotionsporno, dem ich das letzte halbe Jahr lang gerne eine Stunde am Tag geopfert habe. Am Anfang bin ich noch nicht richtig reingekommen, weil mir die Typen irgendwie alle zu glatt waren, aber schon nach kurzer Zeit sind die Dinge dort so grandios außer Kontrolle geraten, dass ich nicht mehr weggucken konnte. Jetzt läuft das Finale, und ich hab noch keine Ahnung, was ich ab morgen mit der Zeit zwischen 19.00h und 20.00h anstelle beziehungsweise was ich ab morgen beim Kochen gucke.Donnerstag, 3. Juli 2008
Montag, 9. Juni 2008
Mittwoch, 4. Juni 2008
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